Gregor Wenter

Gregor Wenter
Hotelier, Bad Schörgau

Was bedeutet Neugier für Sie?
Für mich bedeutet Neugier den Mut, das Gewohnte zu hinterfragen und die Grenzen des Bekannten zu verschieben – ohne dabei die eigenen Wurzeln zu vergessen. Neugier ist der Motor für Transformation: Sie erlaubt uns, Jahrhunderte alte Traditionen, wie die alpine Badekultur oder Kochtechniken, nicht einfach zu konservieren, sondern vollkommen neu und zeitgemäß zu denken.

Welches Wort verbinden Sie spontan mit Neugier? 
Spürsinn.

Fällt Ihnen ein spezieller Moment ein, bei dem Neugier Ihr Leben oder Ihren Beruf besonders geprägt hat? 
Ein Schlüsselmoment war die Entscheidung, in der Küche und im Wohlbefinden ganz neue Pfade einzuschlagen. Als wir anfingen, uns zu hinterfragen, wie wir Ernährung, Darmgesundheit und absolute Nachhaltigkeit so miteinander verbinden können, dass am Ende reiner Wohlgeschmack entsteht, hat das nicht nur unsere Gastronomie, sondern auch meine persönliche Einstellung zur Ernährung und Führung radikal verändert.

Wie schafft man es, eine echte Kultur der Neugier im Unternehmen zu etablieren? 
Indem man einen Raum kreiert, in dem „Nichts muss, alles darf sein“ gilt. Fehler erlauben: Echte Innovation entsteht beim Experimentieren. Interdisziplinär denken: Wenn verschiedene Disziplinen an einem Tisch sitzen, um Traditionen neu zu interpretieren. Vertrauen schenken: Man muss den Mitarbeitenden den Freiraum geben, aus dem eigenen Bauchgefühl heraus Neues auszuprobieren, anstatt starr in alten Mustern zu verharren.

Was war die beste Frage, die Ihnen jemals gestellt wurde? 
„Warum machen wir die Dinge eigentlich genau so, wie wir sie schon immer gemacht haben?“ Diese Frage zwingt einen dazu, Automatismen abzulegen, das Wesentliche freizulegen und den Mut aufzubringen, verstaubte Muster aufzubrechen.

Was weckt im Moment privat oder beruflich Ihre Neugier? 
Beruflich: Das unendliche Potenzial der natürlichen Veredelung – wie wir noch mehr Kreisläufe schließen und unverfälschten Geschmack schaffen können. Privat: Die Kraft der Entschleunigung und der Natur. Wie viel Klarheit, Energie und neue Visionen entstehen, wenn man einfach ohne Uhr und Handy in die Sarntaler Berge aufbricht und auf seinen eigenen Körper hört.

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