Helena Lageder

Helena Lageder
Weingut Alois Lageder

Was bedeutet Neugier für Sie?
Neugier bedeutet für mich, nicht zu schnell zu glauben, dass man schon weiß, wie etwas funktioniert. Offen zu bleiben, genau hinzuschauen und auch Dinge zu hinterfragen, die „schon immer so gemacht wurden“.


Welches Wort verbinden Sie spontan mit Neugier? 
Leben. Denn Neugier bedeutet für mich, lebendig und offen zu bleiben.

Fällt Ihnen ein spezieller Moment ein, bei dem Neugier Ihr Leben oder Ihren Beruf besonders geprägt hat? 
Bei uns ist es weniger ein einzelner Moment als eine Haltung, die unsere Arbeit immer wieder verändert. Was passiert, wenn wir der Natur mehr Raum geben? Wenn wir Rebsorten neu denken, anders arbeiten oder Menschen aus Kunst, Gastronomie und Kultur an einen Tisch bringen? Viele unserer spannendsten Projekte sind aus genau solchen Fragen entstanden, ohne zu wissen, was am Ende dabei herauskommt.

Wie schafft man es, eine echte Kultur der Neugier zu etablieren? 
Indem Fragen nicht als Unsicherheit, sondern als Stärke gesehen werden. Es braucht Raum zum Ausprobieren, unterschiedliche Perspektiven und die Freiheit, auch einmal daneben zu liegen. Vor allem aber müssen Ideen nicht nur von oben kommen dürfen.

Was war die beste Frage, die Ihnen jemals gestellt wurde? 
„Was würde passieren, wenn wir es ganz anders denken?“ Diese Frage öffnet den Blick und schafft Raum für Ideen, auf die man sonst vielleicht nie gekommen wäre.

Was weckt im Moment privat oder beruflich Ihre Neugier? 
Mich beschäftigt gerade, wie wir als traditionsreiches Familienweingut relevant bleiben, ohne unsere Identität zu verlieren. Wie können Wein, Landwirtschaft, Gastronomie und Kultur in Zukunft noch stärker zusammenspielen? Und privat bin ich neugierig auf Menschen. Darauf, was sie antreibt und wie unterschiedlich sie die Welt sehen.

Foto: © Letizia Cigliutti

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