Benno Pamer

Benno Pamer
CEO Torggler

Was bedeutet Neugier für Sie?
Neugier ist für mich der Anfang von allem. Sie ist der Moment, in dem wir aufhören, die Welt als gegeben hinzunehmen, und beginnen, sie zu hinterfragen. Fortschritt entsteht selten aus Gewissheit – fast immer beginnt er mit einem ehrlichen „Warum eigentlich?“ oder „Was wäre, wenn…?“.

Welches Wort verbinden Sie spontan mit Neugier? 
Aufbruch.

Fällt Ihnen ein spezieller Moment ein, bei dem Neugier Ihr Leben oder Ihren Beruf besonders geprägt hat? 
Eigentlich zieht sich das wie ein roter Faden durch mein Leben. Ich war immer neugierig auf Menschen, auf Geschichten, auf Technologien und auf die Frage, warum Dinge funktionieren – oder eben nicht. Die spannendsten Entscheidungen meines Lebens sind nie entstanden, weil ich alles genau wusste, was mich erwartet, sondern weil ich neugierig genug war, etwas auszuprobieren.

Wie schafft man es, eine echte Kultur der Neugier im Unternehmen zu etablieren? 
Neugier entsteht dort, wo Menschen Fragen stellen dürfen, ohne Angst haben zu müssen, dass eine unbequeme Frage als Schwäche oder Querdenken ausgelegt wird. Neue Ansätze müssen Platz finden.

Was war die beste Frage, die Ihnen jemals gestellt wurde? 
Die beste Frage hat mir nicht ein Manager oder Wissenschaftler gestellt, sondern eines meiner Kinder: „Papa, wer hat eigentlich entschieden, dass man das so macht?“ Heute denke ich oft an diese Frage, denn viele Konventionen existieren nicht, weil sie unverrückbar sind, sondern weil sie nie hinterfragt werden. Vielleicht ist genau das die schönste Definition von Neugier: den Mut zu haben, scheinbar selbstverständliche Antworten nicht als solche zu akzeptieren.

Was weckt im Moment privat oder beruflich Ihre Neugier? 
Beruflich fasziniert mich derzeit die Künstliche Intelligenz. Nicht, weil sie den Menschen ersetzen soll, sondern weil sie uns zwingt, neu darüber nachzudenken, was den Menschen eigentlich ausmacht. Privat ist es mal wieder die Neugier auf neue Geschichten. Ich schreibe an einem historischen Roman, der Weihnachten erscheint und hoffe auf hier viel Neugier zu wecken. Vielleicht ist genau das das Schöne an der Neugier: Sie hört nie auf. Sie verändert nur ihre Richtung.

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